Zu viel Angst haben macht krank

Bei manchen Menschen treten solche Alarmreaktionen jedoch auch in Situationen auf, die eigentlich keine Gefahr bedeuten. Das können große Menschenmengen sein, oder geschlossene Räume wie z. B. ein Fahrstuhl oder Bus, aber auch weite Plätze, große Höhen oder bestimmte Tiere. Bei manchen Menschen sind es eher Situationen, in denen man im Mittelpunkt steht und von anderen beobachtet werden könnte, z. B. wenn man vor einer Gruppe sprechen soll oder auch bei der Benutzung einer öffentlichen Toilette. Bei einigen Menschen treten Angstreaktionen auch wie aus heiterem Himmel und völlig unerwartet auf. Andere Betroffene leiden weniger unter Angstattacken, machen sich aber nahezu ständig große Sorgen über ein mögliches Unheil, das ihnen oder anderen zustoßen könnte.

Auch wenn viele der oben beschriebenen Situationen ganz harmlos sind, lösen sie bei Betroffenen doch fast automatisch eine heftige Alarmreaktion aus – eben genauso, wie in einer real gefährlichen Situation. Diese kann sogar mit Todesangst oder anderen schlimmen Befürchtungen einhergehen, wie z. B. der Sorge, in Ohnmacht zu fallen oder verrückt zu werden. Bei anderen Betroffenen äußert sich die Alarmreaktion eher durch große Ängste, sich durch das eigene Verhalten zu blamieren und von anderen deswegen abgelehnt oder abgewertet zu werden.

Solche Befürchtungen erscheinen zwar bei Licht betrachtet häufig unbegründet, doch in dem Moment der Angst wirken sie sehr realistisch. Wenn man so etwas häufiger erlebt und diese Panikreaktion nicht beeinflussen kann, ist es nachvollziehbar, dass viele Betroffene versuchen, angstauslösenden Situationen nach Möglichkeit aus dem Weg zu gehen. Das kann dazu führen, dass die Bewegungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird. In dem Bemühen, vorsichtig und achtsam zu sein, werden immer mehr Situationen vermieden, man zieht sich weiter zurück ‒ und erlebt doch immer wieder Angstattacken. Nun beginnt die „Angst vor der Angst“ und man kann jetzt von einer Angsterkrankung sprechen.

Angsterkrankungen können sich zu sehr langwierigen Krankheiten auswachsen und das gesamte Leben, auch das von Angehörigen, erheblich beeinträchtigen. Aus diesem Grund lohnt es sich, möglichst frühzeitig etwas gegen die Angst zu unternehmen.

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