Kognitive und affektive Therapiemethoden

Neben dem Vermeidungsverhalten, das in der Expositionstherapie sehr gut behandelt werden kann, sind es in vielen Fällen gedankliche Befürchtungen, die die Angsterkrankung aufrechterhalten. Wie oben beschrieben, werden im Rahmen der Konfrontationsübungen bereits viele dieser Angstgedanken verändert. Aufgrund der entscheidenden Rolle von Bewertungsprozessen stehen diese in der speziellen kognitiven Therapiephase jedoch noch einmal im Zentrum der Behandlung.

Mit Hilfe kognitiver Therapiemethoden werden die Betroffenen dabei unterstützt, ihre oft automatisch und sehr schnell auftretenden angstauslösenden Befürchtungen wahrzunehmen, schneller zu erkennen und gezielt zu verändern. Viele dieser Befürchtungen sind bei genauerer Betrachtung nicht so realistisch, wie sie im Moment starker Angst erscheinen. Viele Angstpatienten wissen beispielsweise sehr genau, dass ihre Sorgen übertrieben oder unbegründet sind, dass andere Menschen nicht nur schlecht von ihnen denken, dass sie im Bus nicht automatisch an einem Herzinfarkt sterben. Doch in der Angstsituation selber haben oft nur noch die katastrophisierenden Gedanken Platz und erlauben keinen sinnvollen Gedanken mehr. Die kognitive Therapie hilft den Betroffenen dabei, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und somit mutiger und rationaler die eigenen Ängste zu bewältigen. In kleinen Schritten können so neue Erfahrungen gemacht werden, die allmählich die Angst vor der Angst verringern und das Selbstbewusstsein stärken.

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