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Was können nahestehende Menschen tun?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung wird sich meist auf das soziale Umfeld der Betroffenen auswirken, so können nahestehende Menschen durch Nachwirkungen wie Schlafstörungen (mit)belastet werden oder sind sogar selbst von dem traumatischen Ereignis betroffen.

Im Umgang mit Betroffenen fühlen sich nahestehende Menschen oftmals unsicher. Nahestehende Menschen sollten daher gut über die Kennzeichen von Posttraumatischen Belastungsstörungen informiert sein, um Betroffene und ihre Erkrankung besser verstehen zu können. So können sie Veränderungen im Verhalten der Betroffenen (z.B. eine erhöhte Reizbarkeit) besser einordnen.

Für die betreffende Person ist es wichtig, dass nahestehende Menschen ihre Reaktion als normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis (traumatische Situation) anerkennen und gleichzeitig für sie das sind. Wenn die betreffende Person mit ihren nahestehenden Menschen über das Erlebte sprechen möchte, kann dies ebenfalls sehr hilfreich sein. Hier ist es besonders empfehlenswert für die Betroffenen da zu sein, zuzuhören, nicht über das Erzählte zu urteilen und keinen ungebetenen Ratschlag zu geben, da betreffende Personen sich manchmal selbst bereits heftige Vorwürfe machen und starke Schuldgefühle haben.

Neben der Fürsorge für Andere ist es sehr wichtig, dass nahestehende Menschen ihre eigenen Belastungsgrenzen wahrnehmen und nicht überschreiten. Insbesondere wenn nahestehende Menschen die traumatische Situation selbst miterlebt haben, bietet es sich an, Hilfe von außen einzuschalten, so wird eine gegenseitige Belastung im nahestehenden Umfeld entgegengewirkt. Wird die Belastung durch die Posttraumatische Belastungsstörung der betreffenden Person zu groß, können sich auch nahestehende Menschen Hilfe bei Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen sowie ärztlichen und psychotherapeutischen Fachkräften holen.

Wie entsteht eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Der Anlass für eine Posttraumatische Belastungsstörung ist immer eine oder mehrere traumatische Ereignisse (z.B. Unfall, Gewalt, Naturkatastrophe). Neben dem Vorliegen von mindestens einem traumatischen Ereignis sind sowohl physiologische Veränderungen (z.B. im Gehirn), als auch psychosoziale Faktoren (z.B. fehlende soziale Unterstützung durch das nahestehende Umfeld) bei der Entstehung von Posttraumatischen Belastungsstörungen beteiligt. Es ist allerdings schwierig, genau vorherzusagen, wer nach einem traumatischen Ereignis eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt und wer nicht. Das bloße Erleben eines traumatischen Ereignisses führt nicht zwingend zur Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung, da Menschen sehr unterschiedlich auf traumatische Situationen reagieren können.

Wichtig zu wissen ist: Keiner ist an seiner Posttraumatischen Belastungsstörung „selbst schuld”. Diese Erkrankung kann jeden treffen und ist eine „normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis“.

Gibt es unterschiedliche Formen oder Verläufe der Posttraumatischen Belastungsstörungen?

Posttraumatische Belastungsstörungen können in jedem Alter nach dem Erleben einer traumatischen Situation auftreten und verlaufen meist über mehrere Monate, manchmal auch Jahre. Die typischen Merkmale einer Posttraumatischen Belastungsstörung treten meist während der ersten Monate nach dem Trauma auf. Direkt nach dem Trauma (Stunden und Tage danach) sind vor allem psychische Schockreaktionen und akute Belastungsreaktionen ausgeprägt.

Kommt es nach den beginnenden Reaktionen (z.B. Schock) zum Auftreten der Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung, so ist es möglich, dass diese über die nächsten Tage, Wochen und Monate wieder abklingen. Etwa 30 von 100 Betroffenen zeigen im Zeitraum von einem Jahr nach der traumatischen Situation keine Beschwerden mehr.

Viele Menschen mit Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden unter mindestens einer (oder mehreren) weiteren psychischen Erkrankung wie z.B. Angststörungen, Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen (z.B. Medikamente, Alkohol, Drogen), Suizidalität, Somatisierungsstörungen oder einer Persönlichkeitsstörung. Auch körperlich Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen treten im längerfristigen Verlauf oftmals gemeinsam mit Posttraumtischen Belastungsstörungen auf.

Wichtig zu wissen: Die meisten Menschen werden Kennzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung in den Tagen und Wochen direkt nach einem traumatischen Ereignis erleben. Wenn Sie aber ein traumatisches Ereignis erlebt haben und Schwierigkeiten bei der Bewältigung haben, insbesondere wenn die Beschwerden mit der Zeit nicht besser werden, dann ist es wichtig Hilfe aufzusuchen. Als ersten Schritt können Sie zum Beispiel mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin über Ihre Beschwerden sprechen oder eine psychotherapeutische Beratung in Anspruch nehmen.

Wie häufig sind Posttraumatische Belastungsstörungen?

2 bis 3 von 100 Menschen leiden im Laufe eines Jahres unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, weil sie insgesamt häufiger traumatische Ereignisse erleben.

Flucht, Trauma und Posttraumatische Belastungsstörungen

Menschen die aufgrund von z.B. Bürgerkrieg, Terrorismus, Menschenrechtsverletzung oder politischer Verfolgung ihr Heimatland verlassen mussten und infolgedessen Schutz in Deutschland oder anderen Staaten suchen, haben deutlich häufiger traumatische Ereignisse erlebt. Zusätzlich leiden Geflüchtete vermehrt unter Posttraumtischen Belastungsstörungen, weltweit sind mehr als 20 von 100 Geflüchteten von Posttraumatischen Belastungsstörungen betroffen. Studien, die sich auf Deutschland beziehen, berichten sogar noch höhere Erkrankungsraten, demnach leiden 40 bis 50 von 100 Geflüchteten unter Postraumtischen Belastungsstörungen. Neben Posttraumtischen Belastungsstörungen sind auch Depressionen bei Geflüchteten stark verbreitet, beide Erkrankungen treten auch häufig gleichzeitig auf.

Was sind Kennzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung?

Leidet ein Mensch als Folge eines traumatischen Erlebnisses über einen Zeitraum von mehreren Wochen unter folgenden Beschwerden, kann dies auf eine Posttraumatische Belastungsstörung hinweisen. Wiedererleben, Vermeidung, und das Gefühl ständiger Bedrohung sind typische Kennzeichen der Erkrankung:

  • Wiederleben

Menschen können die traumatischen Situationen unterschiedlich wiedererleben. Einige Menschen erleben aufdringliche Erinnerungen an die traumatische Situation (sogenannte Nachhallerinnerungen) oder Albträume, die starke Gefühle (z.B. Angst) und körperliche Reaktionen (z.B. Anspannung, Schmerzen) hervorrufen können. Dabei können Situationen oder Reize, die an das traumatische Erlebnis erinnern, als bedrohlich wahrgenommen werden und zu intensiven Belastungen und körperlichen Reaktionen bei Betroffenen führen. Symptome des Wiedererlebens zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie auftreten, wenn sich betreffende Personen schon nicht mehr in der traumatischen Situation befinden.

  • Vermeidung

Betroffene vermeiden Gedanken und Erinnerungen sowie Aktivitäten, Situationen oder Personen, die mit dem traumatischen Ereignis verbunden sind, um sich vor aufdringlichen oder schmerzlichen Erinnerungen zu schützen. Beispielsweise kann es sein, dass Menschen, die im Rahmen eines Verkehrsunfalls ein traumatisches Erlebnis gemacht haben, dazu tendieren Situationen im Straßenverkehr zu vermeiden, die besonders eng mit dem traumatischen Erlebnis verknüpft sind. So kann es vorkommen, dass Betroffene aufhören, selber Auto zu fahren oder den öffentlichen Personennahverkehr (z.B. Bus, U-Bahn) zu nutzen, weil sie möglicherwiese befürchten, dass ihnen ein Unfall oder etwas anderes Schlimmes zustoßen wird. Daneben kommt es zur Vermeidung von Gedanken und Gefühlen, die an das traumatische Erlebnis erinnern.

  • Gefühl ständiger Bedrohung

Auch lange nach der traumatischen Situation kann es sein, dass sich Betroffene immer noch durch die mögliche Wiederkehr neuer traumatischer Erlebnisse bedroht fühlen, obwohl sie sich gar nicht mehr in der ursprünglichen traumatischen Situation befinden. Dies zeigt sich zum Beispiel in einer erhöhten Alarmbereitschaft der Betroffenen, indem sie ihre Umgebung ständig nach Anzeichen von Gefahren absuchen. Auch kann das anhaltende Gefühl von Bedrohung dazu führen, dass Betroffene eine erhöhte Schreckhaftigkeit aufweisen, zum Beispiel wenn laute Geräusche in der Umwelt plötzlich auftreten.